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To Franck W., Basel, February 1989

Hello there! I'm back in Basel, enjoing the different environment down here - enjoying our appartment at Landskronstrasse and enjoying the companionship of Urs, this bighearted and big minded, good person.

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To Lois D., July 1989

Dear Lois! It's quite a while, since we've heard of or from each other! My thoughts are with you every now and then and I wish, I could stop by at your place - where ever this place may be - and be with you for a little while, talk or sit or walk with - walk along some beach or investigate a store or restaurant, talk about life, about your kids, about the things, which are on your mind and in your heart at present and just feel and remember the things, that connect us! But time moves by so quickly ...

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An Franck W., Anfang August 1989

Lieber Franck! Deine Stimme klingt noch immer nach in mir; ich höre Dich seufzen, höre die Mischung zwischen Trauer, Resignation, Müdigkeit und hilflosem Lachen in Deinem "'s goht" und Deinem "'s isch nid licht zämme! Godverdeggel nomol". - Ich hoffe natürlich, dass Du auch wieder Mal mit mehr Wind in den Segeln, mehr Power im Herzen über das unruhvolle Meer des Lebens segeln kannst, dass das Auf und Ab des Lebens wieder einmal richtig Freude machst und Du im Aufwärtsschiessen wie im AbwärtsstürzenDeine Kräfte spürst und Dich an ihnen freust! Ja, das wünsche ich Dir. ‑ Ich kann sie  natürlich auch gebrauchen, diese Lebenslust, diesen Lebensmut und Innern Schwung!

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An Anja M., Basel, im August 1989

Liebe Anja! Vielen Dank für Deinen letzten Brief, den Urs mir soeben vorgelesen hat. - Was an meinem müden, verqueren Nachtprodukt ernst gemeint, und was nur so dahingesagt, gesponnen, gejuxt ist, das ist auch für mich ganz schwierig zu sagen. Bedeutung kann ich natürlich in jeden Satz hineinsehen, da wir von so viel "Bedeutung", so vielen Gedanken, Gefühlen, Situationen, Bezügen erfüllt und umgeben sind. Jeder noch so blödsinnige Satz könnte etwas bedeuten, zu jedem könnte ich Dir etwas wirklich ernsthaftes sagen, auch wenn ich ihn damals, vor zwei oder drei Wochen wirklich bloss so hingeschrieben habe. (Und dies war bei den meisten Sätzen jenes Nicht-Briefes der Fall, da mich, wie das Wiesel im berühmten Bachgeriesel mehr der Klang der Worte und weniger ihr Inhalt faszinierte). Dass Dein Brief ernst gemeint war und ist, ziemlich ernst von A bis Z, das habe ich dagegen stark und ohne Zweifel gespürt.

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An Anja M., im Dezember 1989

Liebe Anja! Auf den diversen Papieren, auf denen ich immer aufschreibe, was ich in absehbarer Zeit noch tun muss oder will, steht auch "an Anja schreiben". Dabei empfinde ich dies nicht als "Muss", sondern im Grunde als Freude, denn über Deine letzten Briefe und Karten habe ich mich immer sehr gefreut: da klang so viel "neue", für mich mich neue und sehr "schö­ne" Anja durch -, eine eher verwirrte, fragende Anja, eine die nachdenkt, die nicht verletzen, aber doch nicht auch zu allem ja und Amen sagen möchte, die Stellung beziehen möchte ohne hart oder engstirnig oder ungeduldig oder humorlos zu sein oder als hart, humorlos etc. empfunden zu werden.

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An Peter D., Goldern, 6. Dezember 1989

Hello Peter! It is three or four month since I got your last letter. I haven't forgotten you, don't worry, and my love for you and Mary is still, what it has been ever since we've met! Times are just quite crowded with all kinds of things I have to do or want to do or should be doing or should have done long ago ...

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An Hans R., Ende Dezember 1989

Es kommt mir ein wenig so vor, als ob ich mich auf's Altenteil, in's Privatleben zurückgezogen habe, während Du noch "draussen" -"im Leben" - stehst. Ich denke an Dich wie an einen alten Kampfgenossen, mit dem man einiges durchgefochten hat, aber eben: damals war's, ja damals. Was strudelt das Leben uns so unfreundlich weiter!? Nicht einmal Zeit Abschied zu nehmen oder wieder einmal nach dem Andern zu sehen! Zu kucken, was er so tut und denkt und wie es ihm so geht ...

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An Monika Z., im März 1990

Hoi Monika, du liebe, gute! Es war schön, so unerwartet wiedermal von dir zu hören! - Ja: es wird mir ganz warm ums Herz und im Bauche tauen die alten Gefühle! ...

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An Armin X., 10. Juli 1990

Lieber Armin! Es würde Dir gefallen, mit mir in Briefkontakt zu bleiben bzw. zu treten. Ja. Eine spannende Idee! Aber wie anfangen? ... Ich wüsste ja gern einiges von Dir, wenn du also schreiben magst, dann erzähl mal frisch drauf los: ein wenig von dem, wie Du lebst, auch wo, wie Du Deine Zeit verbringst, auch was Du arbeitest oder (vielleicht noch interessanter), was Du gerne arbeiten würdest und wie du gerne leben würdest, wenn du könntest, wie du möchtest ... Ich selbst würde mit dir sehr gern ein Stück weit über dein / mein Schwulsein ins Gespräch oder ins Geschreibe kommen - natür­lich nicht nur, aber doch auch sehr! -, denn mit dieser Sache fühle ich mich, das schrieb ich ja schon, als ich mich für's Männertreffen anmelden wollte, tatsächlich ziemlich isoliert, in diesem Bereich habe ich ziemlich zu kämpfen, um innerlich am Leben zu bleiben und allmählich mehr Boden zu gewinnen für mein Dasein als Mann, der gern mit Männern ist.

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To Barb and C.G., Basel, August 11th 1990

Dear Barb and dear C.G.! And what am I doing if I don't sit on my balcony and talk to you about my development since early childhood? - O well: I am with people a lot ... I just looked at my alarm clock and I realized that I have to leave in ten minutes to meet Pina in town. We want to buy a backpack for her and I am her backpack Counselor.

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An Angelika O., Ende November 1990

Liebe Angelika! Du hast lang nichts von mir gehört. Give me shit for it! - Mach mir Vorwürfe! - Ja, ja! Schlagt mich doch, schlagt mich, ich hab's verdient! So meine Stimmung zur Zeit, zumindest ein Teil derselben: nicht gut genug sein, zu versagen, schuld zu sein an allem, was schief läuft um mich her ...

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An Frederick B.,im Dezember 1990

Lieber Frédéric! Ich weiss nicht mal recht, wie ich Deinen Namen schreiben soll -muss - darf. Du siehst aber, ich mein's gut mit Dir: so viele Akzentlein auf den e's, allerdings "Bächtholdt" wäre vielleicht ein noch überzeugenderes Zeichen meines guten Willens? Also aber jetzt: zur Sache ...

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An Franck W., Anfang Dezember 1990

Lieber Franck - o man! Wiedermal ein Tag des Seufzen's, ein zäher, trauriger, leerer Tag wie schon lange nicht mehr! Gestern Abend war Pina hier und hat ein wenig von ihrer Reise, ihren Begegnungen und Erlebnisen erzählt. San Diego ist erst ganz summarisch dran gekommen: 6 Tage einfach sein, mit drei Männern, das habe ihr unglaublich gut getan. Nichts müssen, nicht ständig Action und Rummel, Zeit zum träumen, zum einfach dasein haben etc., das sei sehr sehr schön gewesen. Und in die Wüste habe sie sich verliebt und ein Bisschen offenbar auch ins Massieren.

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An Helen U., 8. Dezember 1990

Liebe Helen! Schon lang ist's her, dass ich Deinen Brief von Ende September erhielt. Ich habe mich sehr gefreut, von dir zu hören. Es klingt wirklich wie eine ganz andere Welt -, weit weg von der Ecole, dem Hasliberg, dem Schule geben, dem Esssaal, der Brünigbahn, den Bergen dort oben, den Ställen und Bäumen und Kühen, der Reutistrasse, der Singgemeinde und den Putzpausen.

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An Angelika O., im März 1991

Liebe Angelika! Sollst Du? - Ich weiss es nicht! - Manchmal wogt's ja wohl im Busen, und es fühlt sich an, als ob man muss. Dann wiederum - weshalb! Weshalb eine Welt retten, die von Dir vielleicht gar nicht gerettet werden will, sich vielleicht auch durchaus resistent erweist Deinen Rettungsversuchen gegenüber. - Angelika die Volksred­nerin, die Alle mitreisst, ein Jubel, ein Hurra-Rufen und sich befreit fühlen und dem Glücke nah. Die bergenden Arme, die feste Brust, die brummende Stimme, die and're Geborgenheit, nicht durch aufschwung erreicht sondern durch Absenkung, nicht durch Anspannung, sondern durch Abspannung der Kräfte und des Willens.

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An Klaus Z. und Barbara M., Anfang Mai 1991

Liebe Ihr beiden oder Ihr lieben beiden ..! Erstaunt war ich, von Euch solche Post zu kriegen: das Projekt einerseits - die Pilgerfahrt nach Assisi - dann die Form Eures Briefes: wer hat Euch denn den ganzen Text so perfekt in alldeutsche Blinden-Kurzschrift umgesetzt?

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An Suse M., im Mai 1991

Liebe liebe Suse - was raschelt im Stroh ... Hallo Du uns abhanden gekommene - dort im schwarzen Walde verschollene liebe liebe Suse!

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An Elisabeth und Peter S., im Juni 1991

Da scheint der Wurm drin gewesen zu sein: zuerst hab ich keine Zeit, dann sind Sie weg, dann bin ich wieder fort, dann ... und die Sablés warten derweil geduldig im Tiefkühlfach und fragen sich, wo ihr Esser bleibt. Wenn der Wurm inzwischen bloss nicht auch in sie übergesiedelt ist.

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An Ingeborg L., im Juli 1991

Liebe Ingeborg! Ich war bis Mitte letzte Woche für 14 Tage weg, in Urlaub. Seit ich wieder hier bin, bin ich am Aufräumen! Die Auswirkungen dieser Tätigkeit wirst auch Du zu spüren kriegen, da ich Dir mit derselben Post die mir geliehene Querflöte zurückschicke. Aber halt mal, eins nach dem andern.

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An Marthe B., 23. August 1991

Liebe Marthe! Ob Du diesen Brief gleich wegschmeissen, von wegen das "Beleidigtsein"? - Nein: Du tust es nicht! ... Dass ich auch Dir keine Nummer unserer kleinen Alternativschulzeitung geschickt habe, tut mir Leid. Erst nachdem ich zu meiner grossen Überraschung im Gespräch mit Rose vor einigen Wochen feststellte, dass sie von dem ganzen Unternehmen noch gar nichts gewusst hat, habe ich gemerkt, dass ich im April, als ich die Nummer 1 an alle Freunde und Bekannte, die sich eventuell interessieren könnten, verschickte, mein altes Adressbuch ganz übersehen und nur die in meinem P.C. gespeicherten Adressen berücksichtigt habe. ... Nun schau Dir diesen Satz an! Wenn ich als Journalist ähnlich band­würmle, dann wird die Zeitung vermutlich nicht lange leben, ganz nach dem Motto: je länger die Sätze, desto kurzle­biger die Zeitung! Ich hätte Dich natürlich auch beschickt, denn ich kann mir schon vorstellen, dass Dich die Sache interessiert: einmal aus "verwandtschaftlichem Interesse", dann aber doch auch aus Interesse an der Sache. Die Nummer 3, die in ca. 20 Tagen fertig sein wird, sollst Du jedenfalls kriegen! Also, das wäre jetzt so weit geklärt

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An Klaus Z. und Barbara M., im September 1991

Lieber Klaus und liebe Barbara! Ich sitze mitten in ziemlich viel Arbeit - gute, spannende Dinge - und plötzlich über­kommt mich das Bedürfnis, euch beiden einen kleinen Gruss zu schicken.

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An Martin T., im September 1991

Lieber Martin! Am Horizonte meines Geistes (falls man bei dieser Graumasse überhaupt von "Geist" sprechen darf) - am Horizonte dieses Innern etwas jedenfalls sitzt Du schon seit längerem und baumelst mit den Beinen - Deinen, nicht meinen, klar! Heut endlich raff ich meine Entschlüsse zusammen und schreibe Dir!

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An Klaus A, im Oktober 1991

Lieber Klaus! Ich schicke dir euer Papierbüchlein auf den Hasliberg voraus, da ich wohl erst in ca. 4 Wochen wieder einmal bei euch sein werde. Fiorenzo hat mir vor einiger Zeit ein wenig daraus vorgelesen ... Es atmet und strahlt aus, wenn ich mich jetzt daran zurückerinnere, Ruhe: ich sehe Ägypter und Ägypterinnen Papyruse aufschlitzen und miteinander verkleben: eine Schicht längs, eine quer. Dann gehen, stampfen und tanzen sie mit nackten Füssen auf den miteinander verleimten Schichten herum. Warum? Warum sehe ich dieses Bild vor mir? Ich fürchte, so ganz der Wirklichkeit von damals entspricht sie nicht, meine Phantasie ... Dass Papier einmal wertvolles, nur in beschränkten Mengen vorhandenes Material war ist seltsam. Wenn ich jetzt dann zur Post gehe - in einer Stunde vielleicht - so liegt ganz bestimmt wieder ein ca. 10 cm dicker Packen mit Zeitungen, Gratisanzeigern und Werbung auf den Steinstufen vor unserer Haustüre - Papier, das trotz "bitte keine Werbung"-Schildern -hingeworfen wird, das keiner liest und keiner will ... Wenn Papier nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stünde ... Ich werfe ja ein wenig aus dem Glashaus mit meinen Steinen ...

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To Barb und CG W., 16. Dezember 1991

Dear Barb, dear CG! A Christmas-Letter of melancholy, worrieds, wundering Martin. I am sitting in my room - bedroom, study and living room in one -, enjoying the warmth that comes from the fire in the stove. I enjoy the room, which has become so much more like my home since summer, since I finished what we call a "high-bed", a balcony-like construction in my room - the same old room, that you know from the time you all were here: a wooden platform about 6 or 7 foot above ground, held up by an elegant metal bar extending from wall to wall in my room. I sleep on the platform, having just enough space to sit and move around confortebly  . Beneath the platform I can walk and stand up. I have thus increased my living space considerably ... - Well here I sit, enjoying this warm, confortable, almost luxurious room. Why am I melancholy, then, why sad, why in such a questioning mood?

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An Roland R., 26. Dezember 1991

Lieber Roland! Wir kennen uns nicht, d.h. ich kenne Sie ein wenig, zb. durch eine kürzlich verstrahlte DRS 1 Sendung. Diese Sendung ermutigt mich heute, bei Ihnen ein Anliegen zu deponieren, das ich schon lange mit mir herumtrage.

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An Angelika O., 13. Januar 1992

Wie herrlich war's doch auf der Petersinsel, wie frühlingshaft und warm, und wie romantisch doch die Pferde grasten vor unsres Zimmer weiten Fenstern! Dir war zwar, was im Bett geschah - so schien es jedenfalls - recht fade, doch war es immerhin!

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An Reinhard A., 31.1.1992

Lieber Reinhard! Schön, dass jetzt auch ich wiedermal was von Dir gehört und Du meine weihnächtliche Anfrage so umgehend beantwortet hast. -Allerdings: das mit Deinem Herzen tut mir Leid. Eigentlich würde ich Dir wünschen gesund und lebensfroh zu sein bis eines Tages Du aus dem vollen Leben direktement ins Paradies fällst zwischen lauter Engel, die Dich an den Ohrläppchen kitzeln und Dir Kaffee und Kuchen zum Frühstück bringen, während die Sonne warm und hell auf Deine Wolke scheint ... Aber da können wir wohl einfach nicht wählen! Immerhin hast Du ja geschrieben, dass es jetzt wieder leidlich gut geht. Ich hoffe, dies ist immer noch so und wird noch eine Weile lang so bleiben! Ich hoffe auch, dass es Dir auch sonst - im Gemüt und in der alten Seele - einigermassen gut geht. Da können sich ja auch furchtbare Grauschleier ansetzen ...

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An Oliver K., 15.2.1992

Lieber Oliver! Hab Dank für Deinen Brief und die interessanten Mitteilungen. Ich bin sehr gespannt bei Gelegenheit mehr über Deine Forschungen zu erfahren und hoffe, dass die Innern und Äussern Umstände es Dir erlauben, einigermassen tief in Dein Thema einzudringen.

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An Dennis S., März 1992

Dear Dennis! Thanks for your last letter with all the news about you, your life-situation, your plans etc.. Yes, I will be in Geneva; I just got some documentation about the conference today. As is the case with most everything I do these days I don't quite know what I should do there or why I'm going, but I will go. I seem to be involved in too many things at once at present, so that I don't find the peace and quiet to really get to the heart of something.

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An Jutta K., 29.5.1992

Liebe Jutta! Bischd gut akomme z'haas? Und jetzt? Wie geht's?

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An Rose C., 28.6.1992

Liebe (Tante) Rosi! Da kommt er wie die alte Post vier Wochen hinterdrein! Das kann, das darf, das muss doch nicht - das muss doch nicht so sein! Doch wie man's dreht und wie man's wend't, es ist und bleibt doch so: Es kommt zu spät die alte Post und ihr Hoholldrio!

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An Franck W., 14.8.1992

Lieber Franck! Jetzt solltest Du hier sein. Ich mache gerade noch einmal Kaffee. Bis vor 5 Tagen war es hier - sicher 3 Wochen lang -ständig um 30 Grad oder wärmer, für unsere Verhältnisse also sau heiss! Seit Beginn dieser Woche sind die Temperaturen nun immer zurückgegangen und heute Abend ist's fast Winter! Ich jedenfalls sitze hier mit meinem Pulli und fröstle leicht ... Überhaupt ein seltsamer Tag bis jetzt! –

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To Katrin B., 14.9.1992

Unexpected letter from an old friend! Hope to find you in relatively good shapes with hopes left and occasional energy to struggle and fight with life! Dear Cathrin! I have been over at Migros to get some fresh bread and some copy, your favorite Espresso. On the way back I met this neighbor of mine from Lausanne, whom I know just a little bit because of his ex-wife. The mailman had already been here, when I was back at our door. I am searching my way into this day ...

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An Martin T., 25.10.1992

Lieber Martin! Draussen regnet es inbrünstig und in mir ist's Herbst geworden, furchtbarer düsterer Herbst. Bleibt nur der Trost, dass meine inn'ren Herbste bis jetzt nie lange währten ... und warum soll es dies Mal anders sein!?

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An Klaus Z. und Barbara M., 12. März 1993

Lieber Klaus und liebe Barbara! Ihr habt schon lange nicht mehr so recht von mir gehört. Heute abend, wo's ausnahmsweise mal ganz still und ruhig ist, will ich das versäumte nachholen. Ein Stück Gebäck, das - zusammen mit einer Tasse Kaffee - helfen soll, meine Lebensgeister neu in Gang zu bringen, behindert das Schreiben etwas -, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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An Helmar M., 24. April 1993

Lieber Helmar! Ich habe wiedermal etwas auf dem Herzen, und da's schriftlich besser zu gehen scheint, kriegst Du diesen vermutlich ziemlich überraschenden und auch schwierigen Brief. Vielleicht hilft er, die Verstopfung in der Leitung zwischen Dir und mir zu beheben, denn verstopft scheint mir diese Leitung tatsächlich. Vielleicht hilft er auch nicht.

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To Denis S., Basel, 29.5.1992

Dear Dennis! Have you already moved to your new home, and have you started with your new carriere as a student dorm parent? I hope this change is going to make your life easier in the way that you and Shelley expected.

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To Franck W., Basel, 5. Januar 1993

Here is your Euro card. I hope you get it before leaving for Marokko! I am very curious to know how your last days in Paris were. I hope very much that there was at the end still some joy and some good feelings between you and Cathrin, some enjoyment of being together! After all the love between the two of you had once been so strong and Cathrin ment so much to you!

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An Klars A., 13.5.1993

Lieber Klaus! Vom Schlössli Ins habe ich vor einigen Tagen die Broschüre über das Austauschprojekt Magdeburg-Tallinn-Ins erhalten. Ich freue mich, dass diese tatsächlich zu Stande gekommen ist und möchte Dich zu Deiner Tatkraft beglückwünschen. Allerdings bin ich ziemlich ärgerlich darüber, dass Du meinen Beitrag ohne die Nennung meines Namens publiziert hast. Dass mein Name irgendwo (unter "weitere Mitarbeiter" oder so ähnlich) aufgeführt ist, tröstet mich da nicht, denn aus dieser Nennung geht nicht hervor, was ich zu der Sache beigetragen habe.

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An Rose C., 28. 6. 1993

Liebe Rosi! So vergeht die Zeit! Ich bin längst aus Prag zurück und wieder tief im hiesigen Alltag ...

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An Bertrand S., 6.9.1993

Bertrand, caro mio! Verlegenes Lachen, Betroffenheit, Beruhigung und Nachdenken hast Du in mir ge­weckt durch Deine Reaktion auf unser Zeitungsprojekt! Du bist jedenfalls ein Mensch, der noch eigene Gedanken hat und nicht einfach mitklappert im allgemei­nen Überlebensgeklappere. Das an sich ist schon mal sehr erfrischend und wohltu­end, auch wenn die Gedanken selber, das, was Du sagst, tatsächlich eine unbequeme Heraus-Forderung sind. Mensch, Bertrand, will ich denn "heraus"? Ich spüre so viel Zögern, soviel Ängstlichkeit in mir, dass ich dazu nicht so einfach und leicht "ja" sagen kann.

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An Bertrand S., 14.12.1993

Lieber Bertrand! Hab Dank für Deine Karte von vor ein paar Wochen. Bertrand -, es gibt mich noch. Dass ich mich anlässlich meines Besuches in Witten Mitte November nicht mehr bei Dir gemeldet habe, ist lediglich Ausdruck der ziemlich überfrachteten Tage damals. Ich nahm an, dass Du nicht auf mich warten würdest, wenn ich mich nicht noch einmal mit Euch in Verbindung setze, um etwas Genaueres zu vereinbaren. Dennoch hätte ich Dich natürlich über mein Nichtkommen unterrichten können und müssen.

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An Yvonne B., 14. Dez. 1995, nach Mitternacht

Du poetische, liebe, gute und dünne Yvonne! Man soll, wenn's kalt ist und der Winter sich bemerkbar macht, den Ofen gut mit Kohlen füllen und nicht sparen mit dem Heizen! Und auf der Strasse soll man Handschuh' tragen oder nicht -, je nachdem, wozu man lustig und je nachdem was man so braucht!

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An die Familie, die Freunde und Freundinnen, Bekannte und Verwandte, Ende Dezember 1995

Ihr Lieben alle - Freund und innen Be- und Verkannte, Ab und zu und nicht Verwandte! Bruder Thomas und Familie haben dieses Jahres erstmals "anstelle einer 'relativ' nichtssagenden Weihnachtskarte" - die Ihr von mir ohnehin nicht bekämt! - einen Rundbrief mit einem Jahresrückblick verschickt ... - Die Sache hat mich interes­siert, und jetzt sitz ich schon seit ein paar Tagen da und denke darüber nach, ob vielleicht auch ich soll oder ob ich lieber nicht oder schon aber anders soll. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, denn natürlich muss Alles immer erst gründlich abgewogen werden, bis man dann - wenn man des Abwägens müde geworden ist - endlich irgend einen Entscheid fasst -, meist natürlich nicht den richtigen oder den, den man für richtig hält, sondern halt gerade den, der in dem Augen­blick der Erschöpfung gerade oben aufschwang bei der Alles in Allem doch recht anstrengenden Abwägerei. Man drückt dann also den roten Knopf oder drückt ihn halt nicht, gerade wie's so kommt.

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An Freunde und Familie, im Dezember 1997

Liebe Freunde, liebe Freundinnen, liebe Verwandte und Bekannte nah und fern! Vor zwei Jahren habe ich erstmals einen weihnächtlichen Rundbrief verfasst und in die Welt geschickt, und jetzt, wo es schon wieder mit Riesenschritten gegen Weihnachten und gegen das Jahresende zugeht, will ich dies wieder tun.

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An Andres H., New York City, 19. Jan. 1997

Lieber Andres! Ein melancholischer, langsamer Sonntag geht seinem Ende entgegen. Ich sitze im hintersten Zimmer  von Cathrins "Railroad appartement" (vier Zimmer hintereinander, ohne Gang, wie ein Eisenbahnzug) auf einem wackligen Stuhl -, einen letzten Nachgeschmack der eben vertilgten Pizza im Mund und das Geräusch der Feuerwehr im Ohr, die den Broadway hinunterbraust, um irgendwo irgendwas in Ordnung zu bringen!

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An Alle oder niemanden, Short Mountain Sanctuary, Anfang Februar 1997

Hier müsste nun Dein Name stehen: Ruth, Madelaine, Helmar oder Hermann oder Martha oder Rosi oder Hanspeter oder ... eben Dein Name, denn Du gehörst mit zu den Vielen, die sich im Laufe der Zeit in mir eingenistet haben und mit denen ich mich so gerne und so oft unterhalte - meist ohne dass Du es merkst, nur so für mich, während ich auf einen Bus warte oder meinen obligaten Morgenkaffee braue oder auf dem Klo sitze und der Dinge harre, die da kommen wollten. Ja, zu diesen lieben Menschen meines Innern gehörst auch Du! Drum: Sei mir gegrüsst - auch Du - jetzt, zu dieser nächtlichen Stunde!

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An Yvonne B., 1. Februar 1997

Hinter den sieben Bergen bei den bärtigen Männern, den schwangeren Ziegen und den legefreudigen Hühnern -, da wo das Flughörnchen und der Hirsch sich gute Nacht sagen -, da, wo die Autosim Schlamm der schlechten Wege stecken bleiben und die Luft erfüllt ist von der lebendigen Ruhe der Natur, vom Gezirpe entfernter Vögel, vom gelegentlichen Schrei eines Hahnes oder dem Bellen eines Hundes, vom Summen einer Biene, welche sich von der ungewöhnlich warmen Sonne des heutigen Tages in die Welt hinaus hat locken lassen!

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An Renzo C., Houston, Texas, 11. Februar 1997

Lieber Renzo! Am Samstag, d.h. vor drei Tagen, habe ich die berühmten bärtigen Männer und ihre Ziegen verlassen. Seit Sonntag bin ich in Houston (Texas) bei Dennis und Shelley und ihren beiden Kindern Skye und Gabriel . Dennis und Shelley kenne ich von der Ecole her; ihre Kinder habe ich zwar schon einmal gesehen - doch, da sie damals noch sher klein und unser Zusammensein nur sehr kurz war, lerne ich sie erst jetzt ein wenig kennen. Dennis ist Pädagogikprofessor hier in Houston, und er hat vor einiger Zeit eine Diss über Geheeb und die Zeit des Nationalsozialismus gemacht. Du kannst Dir vorstelen, dass wir da u.a. auch reichlich "fachsimpeln".

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An Andres B., San Diego, Kalifornien, 19. Februar 1997

Lieber Andres! Inzwischen bin ich schon fast zwei Monate unterwegs. Ich war - nach 14-tägiger Seereise - eine Woche bei Mariann und Bill zwei Zugstunden nördlich von New York City; danach war ich eine Woche in New York City selbst und dann fast drei Wochen in Tennessee, in jener schwulen Landkommune, von der ich schon in der Schweiz gehört hatte, und die das erste grössere Ziel meiner Reise sein sollte. Von dort bin ich vor zehn Tagen in Richtung Houston, Texas, weitergereist, wo ich Dennis und Shelley und ihre beiden Kinder (6 und 8 jährig) besucht habe.

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