Zitat

Und nun stehe ich einer grundlegenden Frage gegenüber: Welchen Wert hat das Sehen für uns? Wozu dient uns das Sehen? Und ich bemerke, daß niemand darauf ernsthaft antwortet, weder die Sehenden noch die Blinden.
Jacques Lusseyran

And then there was light ... Geoff Olson on the Phenomenon of Light

Geoff Olson geht in seinem im August 2010in Common Grounds erschienenen englischsprachigen Artikel dem Phänomen Licht nach: Licht, eine mechanisch erklärbare Grösse, eine art Universalklebstofv des Alls, der die Sterne, die Atome und unser Bewusstsein zusammenhält, Licht als Inbegriff von Erkenntnis und Erleuchtung ... Was ist Licht eigentlich, und was hat Blindheit mit Licht zu tun?

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Der Turmbau zu Bottmingen. Martin Näf, Basel

Diese Photoreportage - entstanden im Verlauf eines geselligen Abends bei Freunden - vermittelt vielleicht einen Eindruck davon, weshalb ich meine Blindheit manchmal als "Hobby der besonderen Art" bezeichne.

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Berührung ist Wahrnehmen ist sehen: Jacques Lusseyran, Jakob Böhme und ich. Martin Näf, Basel

Mir kommt es oft ungerecht vor, wenn andere sagen, ich sei blind, denn die Welt um mich herum ist doch da. Ich spüre sie doch, spüre den Raum, die Luft, höre die Geräusche. Aha, das sei nicht "sehen" meinen Sie. Ich sei deshalb also wirklich blind. Aber wo genau beginnt denn das Sehen, und was braucht es dazu? Ist "sehen" nicht vor allem eine Frage der Wachheit und der inneren Lebendigkeit? Sicher - um meine Umgebung optisch wahrzunehmen sind funktionierende Augen wichtig. Aber sehe ich meine Umgebung damit wirklich? Wo findet das Sehen eigentlich statt? In unserem Gehirn? IN den Augen? In unserem Körper? In unserem "Herzen"?

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Recognising another World. John M. Hull (Englisch)

In diesem 2001 erschienenen Artikel plädiert der bekannte englische Religionspädagoge John M. Hull für eine Neubewertung der Blindheit als einer eigenartigen
Daseinsform mit ganz spezifischen Merkmalen und Möglichkeiten. Hull ist Autor des Buches "Touching the Rock" (deutsch "im Dunkeln sehen"), in welchem er
seine eigene Erblindung als Übergang in diese andere Form des Daseins und Wahrnehmens beschrieben hat. Der englischsprachige Artikel ist ein Beitrag zu dem, was wir als "Kultur der Blindheit" bezeichnen könnten. Es ist ein jenseits von Defizitorientierung und falsch verstandener Gleichstellung liegendes Verständnis des Blindseins.

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geschichtliche Mittheilungen über das Loos der Blinden und Taubstummen und die ihnen gewidmete Fürsorge

Die Mehrheit der blinden Menschen lebte und lebt bis heute am Rande der Gesellschaft. Doch es gab zu allen Zeiten einige, die es - aufgrund ihrer familiären Herkunft, besonderer Leistungen oder glücklicher Umstände - zu ausserordentlicher Bekanntheit brachten. In seinem nachfolgend auszugsweise wiedergegebenen Vortrag aus dem Jahr 1879 stellt der Rüschlikoner Pfarrer Arnold Näf einige dieser berühmt gewordenen blinden und taubstummen Menschen vor und beschreibt die Entwicklung der am Ende des 18. Jahrhunderts einbsetzenden systematischen Blinden- und Taubstummenbildung.

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Erprobte Regeln für den blinden Wanderer von Jakob Birrer aus Luthern bei Luzern 1838



Jakob Birrer (1800-1855), ein Bauernjunge aus dem Luzernischen Hinterland, der mit vier Jahren erblindet war, wollte nicht einfach zuhause sitzen und seiner Familie oder der Gemeinde zur Last fallen. In seinen Lebenserinnerungen berichtet er von seinen Versuchen, eine unabhängige und freie Existenz als Kaufmann aufzubauen. Dabei erfahren wir auch viel darüber, wie er als blinder Mensch damals - lange vor der Erfindung des weissen Stocks und der piepsenden Ampeln - unterwegs war. Am Ende seiner Lebenserinnerungen fasst er seine diesbezüglichen Erfahrungen auf einigen Seiten zusammen. Wer nach Birrers Tips für den blinden Wanderer Lust auf mehr hat, dem seien seine Lebenserinnerungen wärmstens empfohlen!

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Ein Kämpfer, ein Verzweifelter, einer, der es wissen wollte: James Holman, der "blinde Reisende"

James Holman war einer der bekanntesten englischen Forschungsreisenden der 1830er und 1840erjahre. Sein in London zwischen 1834 und 1838 erschienener Bericht über seine „Reise um die Welt“ war ein Bestseller. Das pikante dabei: Holman war blind.

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Kann man ohne Augen sehen? Paraoptische Fähigkeiten - Hokuspokus oder Tatsache?

In den letzten fünfzig Jahren sind immer wieder Texte aufgetaucht, die von der "paraoptischen Fähigkeit" berichten, das heisst von der Möglichkeit, ohne Augen zu sehen. Was hat es mit diesen Texten auf sich, und wieso finden sie nicht mehr Gehör? - Roger Cevey machte sich in einem 1996 im "Weg", dem Organ des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes erschienenen Artikel auf Spurensuche.

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ECHOLOCATION: How humans can "see" without sight by Daniel Kish

Blinde, die sich per Fahrrad umfallfrei und sicher durch den Stadtverkehr schlängeln ... Blinde, die mit ihren Händen Farben fühlen oder gar Gedrucktes lesen ... Blinde, die ihr Dasein als Almosenempfänger am Rande der Gesellschaft fristen ... Invalid oder magisch begabt, was stimmt denn hier? Haben blinde Menschen einen sechsten Sinn oder benützen sie ihre Sinne einfach anders als andere? Im Rahmen seiner Ausbildung zum Mobility Instructor befasste sich Daniel Kish mit der Frage, was hinter der oft bestaunten und noch wenig erforschten Fähigkeit blinder Menschen liegt, ihre Umgebung sehen zu können ohne sie zu sehen. Seine Antwort: Es ist vor allem die Fähigkeit unserer Ohren, feinste Echos auszuwerten. Diese Fähigkeit, Kish spricht von Echolokation, ist nicht nur eindeutig mess- und beschreibbar; sie kann auch systematisch trainiert und zur Verbesserung der Mobilität blinder Menschen eingesetzt werden. - Daniel Kish bietet seit einigen Jahren auch in der Schweiz entsprechende Trainings und Fortbildungskurse an.

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Wie dunkel ist das dunkel? Blindheit als produktive Herausforderung

Auf dem Ausflug in das Land der Wahrheit wollen wir uns einen Führer nehmen, der sich besonders mit dem Thema "Wahrnehmung" befasst und dabei auf einige ungewöhnliche Fragen gestossen ist. Es handelt sich um einen der relativ seltenen Pioniere, die den vorhin erwähnten breiten wissenschaftlich-philosophischen Dialog über das Phänomen der Blindheit wollten, und die selbst - wie ich meine wesentliches - zu diesem Dialog beigetragen haben. Unser Führer ist der Franzose Jacques Lusseyran, der in den 1970er Jahren vorallem durch seine Autobiographie "das wiedergefundene Licht" auch im deutschen Sprachraum recht bekannt war.

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Margrit Jenny, Ernesto Weber und Martin Näf im Gespräch mit Peter Wyss, 1988

Ich bin eigentlich nicht blind. Aber weil ich gerne am Radio sprechen will, werde ich immer als Blinder "vorgeführt".

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Martin Mischler, Martin Näf und Serge im Gespräch mit Roger Schawinsky anlässlich des Jahres der Behinderten. Radio 24, Dezember 1981

1981 sprachen wir bei Roger Schawinski über das Leben als Blinder auf Radio 24.

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Wie Reisen blinde Leute? - Martin Näf, Basel

Wie reisen blinde Menschen? Nun ja - sie packen einen Rucksack oder einen Koffer; sie rufen ein Taxi, um sich zum nächsten Flughafen oder zum Bahnhof fahren zu lassen; sie klettern in einen grossen Reisebus oder stellen sich an die nächste Ausfallstrasse in die grosse weite Welt, den Daumen hoffnungsfroh nach oben gestreckt! Die einen haben wetterfeste Wanderschuhe im Gepäck; andern genügen die Turnschuhe an ihren Füssen ...

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